Das Mauern der Außenwände ist der erste Schritt nachdem die Bodenplatte betoniert worden ist. Dafür empfehle ich, sich sogenannte „Faulenzer“ oder „Eckhölzer“ zu stellen. Das bedeutet, dass man sich an jeder Ecke der Bodenplatte einen Holzträger lotrecht in beide Richtungen befestigt. An diesen wird später die Maurerschnur befestigt und kann dann für jede Mauerschicht entsprechend erhöht werden. Durch das Stellen der lotrechten Eckhölzer wird gewährleistet, dass die Mauer ebenfalls lotrecht ausgeführt wird, wenn man die Steine immer mit dem gleichen Abstand zur Schnur versetzt.
Bevor man die erste Schicht anlegt, die sogenannte Kimmschicht, sollte man seinem Plan entnehmen, welche Geschosshöhe für das zu mauernde Geschoss geplant ist. Hintermauersteine werden heutzutage in der Regel als Plansteine hergestellt. Das bedeutet, dass die Steine auf der Unter- und Oberseite plan geschliffen sind und eine gewisse Maßtoleranz einhalten, wodurch die Steine im Dünnbettmörtelverfahren versetzt werden können. Die Steine haben eine Höhe von 24,8 cm und die Dünnbettfuge wird mit 2 mm angenommen. Also ist das Schichtmaß 25cm.
Das erspart in erster Linie Zeit, ist aber auch energetisch gesehen ein Vorteil, weil die Lagerfugen immer die, wärmetechnisch gesehen, „Schwachstelle“ im Mauerwerk sind. Auch die Stoßfugen werden heutzutage nicht mehr vermörtelt. Die Plansteine haben ein Nut- und Federsystem, ebenfalls im Wärmebrücken zu vermeiden und um den Baufortschritt zu beschleunigen.
(Gängige Geschosshöhen sind: 2,75m;2,625m und 2,5 m. Bei einer Geschosshöhe von 2,625m legt man die Kimmschicht am besten mit einem in der Höhe halb geschnittenen Stein an, um mit einer ganzen Schicht auszukommen.)
Mit Hilfe eines Rotationslasers wird als nächstes der höchste Punkt der Bodenplatte ermittelt. Im Idealfall ist die Bodenplatte so genau wie möglich betoniert, dass der größte Höhenunterschied 2 cm beträgt. Von diesem höchsten Punkt wird der Empfänger des Lasers nun 27cm bzw. 14,5cm höher gestellt und die Höhe auf alle Eckhölzer übertragen. Dies ist die Oberkante der Kimmschicht und auf diese wird die Maurerschnur gespannt.
Als nächstes müssen Bodentiefe Fenster und Türen in den Außenwänden eingemessen werden, weil logischerweise an den Positionen kein Mauerwerk versetzt wird. Anschließend wird die Querschnittsabdichtung eingelegt und die Kimmschicht kann gemauert werden.
Wenn die Kimmschicht fertiggestellt ist, müssen die Zwischenwände des Hauses angerissen werden, um in den nächsten Mauerwerksschichten an den Stellen lotrecht Mauerwerksverbinder einbauen zu können. Jetzt kann das Geschoss lotrecht, fluchtgerecht und mit ausreichend Verband der Mauersteine (0.4x Steinhöhe) hochgezogen werden. Wichtig ist natürlich noch an die Fenster ab der Brüstungshöhe (siehe Plan) zu denken und die Sturzhöhen und Betonauflager der Fenster und Türen zu denken bzw. Fertigstürze auf der jeweiligen Höhe einzulegen.
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